Geschichte der Shriners

1870 traf sich eine Gruppe von Freimaurern häufig zum Mittagessen im Knickerbocker Cottage (465 Sixth Avenue) in New York City. 

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Rege wurde darüber diskutiert, dass die ernsthafte Arbeit an sich selbst zwar der Kernpunkt der Freimaurerei darstellt, jedoch auch das gesellige Logenleben, als wichtiger Teil des Ganzen, nicht fehlen dürfe.

 

Bereits um 1870 war die Prohibition in den USA politisch ein grosses Thema war. Die Antialkohol- sowie Antitabaklobby war bereits sehr aktiv und hatte auf die Gesellschaft grossen Einfluss. Auch in den New Yorker Freimaurer Logen wurde dies immer mehr spürbar. So war meist nach einer Zusammenkunft auch gleich wieder das nach Hause gehen angesagt.

 

Diese Brüder begannen nun also ernsthaft darüber nachzudenken, ob nicht parallel zur sogenannten "Werks Maurerei" (Craft Masonry) eine Organisation gegründet werden sollte, in welcher eben jene vermisste Geselligkeit gelebt werden kann und auch der Alkohol- sowie Tabakkonsum nicht zu kurz kommt. Selbstverständlich wollte man diverse Freimaurerische Eigenschaften einbauen und diesem Orden somit auch einen rituellen Inhalt geben.

 

Unter diesen Brüdern befanden sich auch der Arzt Walter M. Flemming und der Schauspieler William J. Florence.

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Diese beiden Brüder waren es, welche in dieser Belange schliesslich aktiv wurden.

 

William Florence war in Frankreich auf Reisen gewesen und dort zu einem Fest im Hause eines arabischen Diplomaten eingeladen worden. Der exotische Stil, die fremden Aromen und die außergewöhnliche Musik dieses arabischen Festes inspirierten ihn dazu, dieses Thema als Grundlage für die neue Gemeinschaft vorzuschlagen.

 

Walter Fleming nahm Florence‘ Ideen auf und gemeinsam entwarf man ein Aufnahmeritual, ein Emblem, Zeichen, Wort, Griff und die Bräuche, des „Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine“  dem „A.A.O.N.M.S.“ oder kurz „Den Shriners“. Eine ursprünglich Freimaurerische Spass- und Geselligkeitsorganisation war somit gegründet.

 

Auch wurde festgelegt, dass die Mitglieder einen roten „Fez“ tragen sollten, bis heute das markante äußerliche Zeichen eines jeden Shriners.

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Das erste Treffen der „Mecca Shriners“, jeder sogenannte Shrine Tempel wurde nach einem Ort oder einem Detail der arabischen Welt benannt, somit dem ersten in den USA gegründeten Shrine Tempel, fand am 26. September 1872 statt, allerdings dauerte es etwa weitere 4 Jahre bis die Idee der Shriners wirklich zu fruchten begann.

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Im Jahr 1875 waren noch immer nur 43 Shriner Mitglied in der Organisation. Im Bemühen, mehr Mitglieder zu gewinnen, wurde am 6. Juni 1876 ein erneutes Treffen im Mecca Tempel anberaumt, auf dem schließlich eine Dachorganisation, der sogenannte „Kaiserliche Große Rat des Alten Orden der Edlen des mystischen Schrein“ für Nordamerika geschaffen wurde.

Fleming avancierte zum ersten „Kaiserlichen Potentaten“, und nach einigen Änderungen im Ritual zählte der Shrine 1878 bereits 425 Mitglieder in 13 Tempeln, in acht Bundesstaaten.

 

1888 war die Mitgliederzahl bereits auf 7.210 „Nobles“, also der „Noblen“, wie die Mitglieder der Shriners sich bis heute nennen, in 48 Tempeln in den Vereinigten Staaten und Kanada angewachsen.

 

Als im Jahr 1900 die sogenannte „Kaiserliche Sitzung“ in Washington stattfand, hatte die Organisation bereits 55.000 Mitglieder und 82 Tempel.

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Ausschlaggebend für das rasche Wachstum war mit Sicherheit eine besonders hervorzuhebende Tatsache: Die Hinwendung der Shriners von einer reinen Spassorganisation hin zu ernsthaften und kontinuierlichen karitativen Betätigungen.

 

Hatten die ersten Mitglieder noch aus reiner Spontanität karitativ gehandelt, etwa als sie sich im Kampf gegen eine Gelbfieber-Epidemie engagierten, war die Idee der Philanthropie bald an die erste Stelle der Aktivitäten gerückt.

 

Als im 1. Weltkrieg auch US Amerikanische Soldaten, in einem Sarg nach Hause kehrten, kümmerten sich die Shriners um die medizinische Versorgung der Hinterbliebenen, welche ohne ihren Ernährer kaum die finanziellen Möglichkeiten zur medizinischen Behandlung gehabt hätten.

 

Schnell legte man danach den Schwerpunkt auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

 

Bereits 1922 wurde dann das erste Shriners Hospital errichtet. 

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Heute  zählen die Shriners ca. 350 000 Mitglieder weltweit und betreiben 22 top moderne und in deren Spezialgebieten führende Kinderkrankenhäuser.

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